Was ist Notgeld - Notgeld- Shop.com / Ihr Onlineshop für deutsches Notgeld

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Was ist Notgeld

Deutsches Notgeld: Notgeld-Epochen im Überblick
 

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs kam es zu ersten Notgeldausgaben in Deutschland, da kurz-
zeitiger Mangel an Kleingeld herrschte, der aber schnell behoben werden konnte. Wir sprechen
bei diesen Emissionen vom sog.
1914er Notgeld . Viele dieser frühen Notgeldscheine waren
sehr einfach gestaltet oder gar handgeschrieben und gestempelt.

Nach einer vorübergehend stabilen Geldwirtschaft kam es dann ca. ab 1916 wieder zu
ernsthaftem Kleingeldmangel, was erneut zu Notausgaben in großem Umfang von
Städten und Privatfirmen führte.
Von sog. Kleingeldscheinen – Verkehrs- oder Bedarfsausgaben spricht man,
wenn man Notgeldscheine in Pfennig-Beträgen meint, welche tatsächlich auch als Notgeld
umliefen.
Zu derartigen Ausgaben echter Kleingeldersatzscheine kam es etwa bis zu Beginn des
Jahres 1921.

Mit diesen Kleingeldscheinen, welche von vielen Städten nun auch in grafisch ansprechenden
Gestaltungen ausgegeben wurden, begann auch das Sammeln von Notgeldscheinen in Deutschland
zu einem beliebten Hobby zu werden. Schon damals gab es etwa 15.000 Sammler, die die
Stadtverwaltungen mit Anfragen nach deren Notgeld überhäuften.

Alle Scheine in Nennwerten von 1 bis 100 Mark werden Großnotgeldscheine
genannt.

Da das Interesse an den bunten Kleingeldscheinen bei den Sammlern sehr groß war,
wurden verstärkt ab dem Frühjahr 1921 von vielen Städten bis hin zu Vereinen eine Vielzahl
von Kleingeldscheinen in Auftrag gegeben, die allerdings nicht mehr für den Zahlungsverkehr,
sondern ausschließlich für den Verkauf an Sammler bestimmt waren. Ausgehend von den meist in
Serien angebotenen und überwiegend grafisch reizvoll gestalteten Scheinen spricht man denn auch
von „Serienscheinen“
oder „Bildernotgeld“. Serienscheine sind also streng genommen
gar kein Notgeld, auch wenn Notgeld drauf steht.

Die Zuordnung der Kleingeldscheine zu Verkehrsausgaben oder Serienscheinen an der Bezeichung
(Notgeld, Gutschein, Kleingeldersatz usw.) festmachen zu wollen ist unmöglich.
Die Wahl der Bezeichnungen erfolgte damals nach Gutdünken in den Amtsstuben der
Städte und Gemeinden oder blieb gar dem Künstler überlassen, der die Scheine entwerfen sollte.
Lediglich Bezeichnungen wie „Kriegsnotgeld“ lassen in den meisten Fällen den richtigen Schluß
auf Verkehrsausgaben aus der Zeit des Ersten Weltkriegs zu.
Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel. So datierten manche Orte auch ihre
Serienscheinausgaben einfach zurück, um den Eindruck echten Notgelds zu erwecken und
dadurch die Scheine besser an Sammler verkaufen zu können, während einige Ausgabestellen
Bezeichnungen wie „Kriegsgeld“ auch noch nach Ende des Krieges weiter verwendeten. Andere
Ortschaften gaben ihre Serienscheine erst in den „Umlauf“, als die auf den Scheinen angegebene
Einlösungsfrist bereits überschritten war um zu vermeiden, daß Ansprüche an die Stadt
geltend gemacht werden konnten, wie z.B. bei allen Reutergeld-Ausgaben.

Dem Großnotgeld schlossen sich die Ausgaben der Inflation
an.
Nennwerte über 100 Mark wurden ca. ab August 1922 als Notgeld von Städten und
Firmen ausgegeben. Ab dem Juli 1923 sprechen wir von der sog. Hochinflation,
welche den größten Teil des deutschen Notgelds ausmacht. Erst jetzt kommen auch
Scheine in Millionen-, Milliarden- und gar Billionen-Beträgen in den Umlauf.

Gegen Ende der Inflation gab es zahlreiche Bestrebungen, die Währung zu stabilisieren,
was zu den Ausgaben des sog. Wertbeständigen Notgelds führte.
Beim wertbeständigen Notgeld versuchte man, die Wertbeständigkeit durch die Deckung z.B.
in Gold oder in landwirtschaftlichen Produkten (wie bei Roggengeld) oder die
Anbindung an den Dollar zu erreichen, was letztlich auch zum Erfolg mit der Einführung
der Rentenmark in Deutschland führte.

Schließlich soll auch das sog. Notgeld besonderer Art
nicht unerwähnt bleiben.
Hierbei handelt es sich um Notgeld, bei deren Herstellung besondere Materialien
zum Einsatz kamen, z.B. Leinen oder Samt aus Bielefeld oder
Leder und Schuhsohlen aus Osterwieck und Pößneck oder gar Aluminiumfolien.

Auszug Seite 9-10 aus :        Hans Ludwig Grabowski
                                                     Deutsches Notgeld
                                               Deutsche Kleingeldscheine:
                                      Amtliche Verkehrsausgaben 1916-1922
                                                                        1. Auflage 2004
                                                                    ISBN 3-924861-85-4
                                       H. Gietl Verlag & Publikationsservice GmbH - Regenstauf


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü